Gradation- und Schnittbildzentrum (GSZ)
„Irgendwann“ (genau ?) erwarb der VEB Fortschritt eine Gradations- und Schnittbildanlage für ein GSZ von der Münchener Firma Assyst. Die eingesetzten Computer und Geräte stammten durchweg aus amerikanischer Produktion.
Was leistete dieses GSZ?
Manuell konstruierte Schnittteile für die Konfektion wurden auf großen Tischen digitalisiert: Kontur und interne Linien erfasste man per Maus und gab sie so in den Computer ein. Die Verschiebung der maßgeblichen Punkte eines Schnittteils für verschiedene Konfektionsgrößen wurde durch „Gradiertabellen“ mit x- und y-Werten definiert, die manuell einzugeben waren.
Die digitalisierten Schnittteile ließen sich anschließend über textliche Befehle zu sogenannten Styles (alle Teile einer Stoffart für ein Produkt) zusammenstellen, auf großformatigen Bildschirmen darstellen und dort so positionieren („legen“), dass eine möglichst gute Stoffausnutzung erreicht wurde. Das fertige „Schnittbild“ wurde entweder über einen großen Plotter ausgegeben oder direkt an die Schneidetische übermittelt.
Die Beschreibung eines „Modell“ (alle Styles eines Konfektionserzeugnisses) erfolgte ebenfalls über Bildschirmterminal – Eingabe.

Neben der grafisch-interaktiven Arbeit mit Maus oder Stift war demnach ein erheblicher Tippaufwand erforderlich, der mir auf Dauer eintönig erschien. Ich versuchte daher, ihn durch eigene Programme zu verringern. Als Werkzeug stand mir FORTRAN zur Verfügung – eine Sprache, die eigentlich für mathematische und wissenschaftliche Aufgaben ausgelegt ist und sich für Textverarbeitung weniger gut eignet.
Meine gut gemeinten, arbeitssparenden Programme fanden jedoch kaum Anklang. Stumpfsinniges Tippen schien bewusst bevorzugt zu werden – offenbar, weil man dabei die Zeit strecken und sich nebenbei unterhalten konnte.
Das ärgerte mich ein wenig, doch ich fand rasch ein anderes Programmier – Betätigungsfeld.